Mulateiro

(Calycophyllum spruceanum)

Zusammenfassung

Daten

Familie Rubiaceae
Geschlecht Calycophyllum
Spezies spruceanum
Bezeichnungen Calycophyllum multiflorum, Eukylista spruceana
Allg. Bezeichnungen ashi, asho, capirona, capirona de bajo, capirona negra, corusicao, escorrega-macaco, firewood tree, mulateiro, mulateiro extrakt mulateiro-da-várzea, naked tree, palo mulato, pau-marfim, pau mulato, pau-mulato-da-várzea, uhuachaunin, haxo, huiso asho, nahua
Verwendete Teile Rinde, Blätter

Eigenschaften

Mulateiro
  • tötet Bakterien ab
  • abtötend gegenüber Pilzen
  • regeneriert Wunden und Schnitte
  • bekämpft freie Radikale
  • beruhigt die Haut und wirkt stark regenerierend
  • effektiv gegen eine Vielzahl an Parasiten
  • abwehrend gegenüber Insekten
  • kann Blutung stoppen

Einleitung

Mulateiro ist ein faszinierender Baum im Amazonas und weltweit einzigartig. Er wächst ziemlich groß und gerade bis zu einer Höhe von etwa 30 Metern und dient als Quelle für extrem beständiges und hochwertiges Holz. Von Juni bis Juli produziert er eine Fülle von kleinen, weißen und hocharomatisch duftenden Blüten, die innerhalb von länglichen Samenkapseln mit 3-5 Samen gebildet werden. Durch diese Vielzahl an Samen ist es für den Mulateiro ein Leichtes sich zu verbreiten. Ein beliebter Ort des Mulateiro ist oft in der Nähe von Wasser oder in Regionen mit regelmäßiget Überschwemmung.

Mulateiro besitzt eine einzigartige Fähigkeit und ist bekannt dafür, seine Rinde vollständige abzulegen um so vollständig zu regenerieren. Einmal im Jahr verliert der Mulateiro seine Rinde, wodurch die Ernte völlig nachhaltig durchgeführt werden kann. Die abgefallen Hölzer können einfach eingesammelt werden und dienen als Brennstoff oder werden zu phänomenalen Anti-Aging-Extrakten verarbeitet. Die Rinde ist extrem glatt und ändert das ganze Jahr über mit der Reife die Farbe. Im Frühjahr ist die Rinde in einem grünlichen Ton und ändert sich bis zum Spätherbst zu einem bräunlichen Ton. Die Gattung des Calycophyllum ist mit nur etwa 6 Arten im tropischen Amerika verbreitet. Alle sind mittelgroße bis große Bäume. Dieser außergewöhnlich Baum ist ausschließlich im Amazonasbecken von Brasilien, Peru, Bolivien und Ecuador heimisch. In Brasilien wird der Mulateiro hauptsächlich „pau – mulato“  und in Peru Capirona genannt.

Verwendung in der Kräutermedizin

Die Mulateiro-Rinde ist tief in der einheimischen Kultur verwurzelt und wird von den indigenen Ureinwohnern bei sogenannten Ayahuasca Ritualen als Beimischung verwendet. Zudem wird die Rinde bei Kompressen zur Behandlung von Schnittwunden, Eiterwunden und Verbrennungen verwendet. In der traditionellen Medizin sagt man, Mulateiro habe die stärksten  antimykotischen und wundheilenden Eigenschaften von allen Amazonaspflanzen. Einige Indianer verwenden die Rinde auch als Tee bei parasitären Befall. Doch am bekanntesten ist der Mulateiro Extrakt, mit dem sich die Indianer nach dem Baden einreiben und in der Sonne trocknen. Dies bildet einen dünnen Film auf Körper und Gesicht und soll gegen die Auswirkungen des Alterns zu helfen und Parasiten und Pilzinfektionen effektiv verhindern. In Paraguay wird die Rinde durch Abkochung mittlerweile zur Behandlung von Diabetes verwendet. Dabei wird 1 kg Rinde in 10 Liter Wasser aufgekocht, bis nur noch 4 Liter verbleiben. Das Gebräu soll laut heimischen Ärzten ganze drei aufeinanderfolgende Monate getrunken werden um Diabetes vollständig zu „heilen“. Peruanische Indianerstämme verwenden auch die pulverisierte Rinde bei Pilzinfektionen der Haut. Die abgekochte Mulateiro-Rinde wird hingegen ausschließlich zur Behandlung von Hautparasiten verwendet. Insbesondere bei „Sarna Negra“,  einen fiesen Parasiten, der sich einnistet und unter die Haut lebt.

In peruanischen Kräutermedizin wird Mulateiro für eine Vielzahl von Zwecken genutzt. Ein topisch abgekochter Sud wird mittlerweile auch in peruanischen Krankenhäusern bei Augeninfektionen und infizierten Wunden verwendet. Als Kosmetikrohstoff  für Hautflecken, Hautpigmentation, Falten und wulstigen Narben. Zudem soll der Mulateiro Extrak zuverlässig und schnell Blutungen stoppen und wird häufig bei schweren Schnittwunden verwendet. In den größeren Städten wird es immer beliebter als natürliches Insektizid und zum lindern von blauen Flecken, Schwellungen und Erkrankungen der Eileiter. Das Harz der Rinde wird zudem für Abszesse und sogar Hauttumoren verwendet (keine wissenschaftlichen Untersuchungen vorhanden). Aufgrund seiner spürbar positiven Auswirkungen auf die Haut, sollte Mulateiro in keiner wirkstoffreichen Naturkosmetik fehlen.

Chemische Zusammensetzung

Die Mulateiro Rinde enthält extrem viel Tannine, wodurch der Extrakt eine extrem adstringierende Wirkung besitzt und gleichzeitig trocknend wirkt.  Kürzlich wurde der Gehalt verschiedener Inhaltstoffe gemessen. Dabei wurde festgestellt, dass Mulateiro den wahrscheinlich höchsten Gehalt anPhenolen und organischen Säuren enthalten könnte. Diese Inhaltsstoffe zeigten eine starke antibakterielle, antimykotische und insektizide Aktivität. Die isolierten Phenole wiederum, scheinen eine starke antioxidative Wirkung zu besitzen, welche eine Erklärung für die traditionelle Anwendung zur Reduzierung von Alterungsprozessen erklären könnte.

Bioaktive Substanzen und klinische Forschung

Zum aktuellen Zeitpunkt wurden lediglich zwei Studien über Mulateiro veröffentlicht. Im Jahr 2001 konnten Forscher nachweisen, dass ein Alkohol Extrakt in vitro eine starke antimykotische Aktivität gegen elf Hautpilze und Hefen besitzt. Im Jahr 2003 berichteten die Forscher die Entdeckung von mehreren neuen Chemikalien, so genannte seco-Iridoiden und berichteten, dass drei von ihnen gegen verschiedene Parasiten aktiv waren. Insbesondere gegen den einzelligen Parasit „Trypanosoma cruzi„, verantwortlich für die sogenannte Chagas-Krankheit. Bisher gibt keinen zugelassenen Trypanosomiasisimpfstoff, was sich mit dem Mulateiro in den nächsten Jahren eventuell ändern könnte.

Beide Studien zeigen, dass der Mulateiro-Extrakt starke antibakterielle, antimykotische und insektizide Eigenschaften besitzt, was die uralte Verwendungsweise durch indigene Völker erklärt. Hier wird die Wissenschaft im Jahr 2017 beginnen, die traditionelle Verwendung für verschiedene bakterielle und Pilzinfektionen der Haut und als Insektenschutzmittel zu überprüfen.

Traditionelle Verwendung

Mulateiro ist allerdings besser als Hartholz bekannt und wird auf der ganzen Welt für seine hohe Dichte und sein langlebiges Holz exportiert. Als Heilpflanze, ist Mulateiro in unseren Breitengraden noch wenig bekannt. Doch dies ist extrem wichtig, denn durch das Sammeln der Rinde, wird der Baum deutlich aufgewertet. Dies könnte potenziell dazu führen,  das in Zukunft nur noch die Rinde gesammelt wird und keine ganzen Bäume gerodet werden.

Selbst im Amazonas, hat der Mulateiro erst vor kurzem das Interesse von Wissenschaftlern und Herstellern von natürlichen Körperpflege-Produktengeweckt und erfährt gerade aufgrund der positiven Wirkung einen echten Hype in den brasilianischen und amerikanischen Großstädten. Selbst die brasilianische Regierung arbeitet derzeit mit Forschern und Herstellern an neuen Einsatzmöglichkeiten und Märkten. Da der Baum seine Rinde einmal im Jahr selber ablöst, wäre mit dem Mulateiro der wahrscheinlich nachhaltigste Rohstoff für Kosmetikprodukte gefunden. Durch das dauerhafte/jährliche Einkommen, würde die Landbesitzer und Kleinbauern die Bäume nicht mehr für kleines Geld verkaufen und die wertvollen Bestände blieben erhalten. Gleichzeitig ist durch die jährliche Ernte ein regelmäßiges Einkommen realisierbar. Ganz heimlich, wurde Mulateiro bereits 2006 in der Europäischen Union als Zutat in kosmetischen Mitteln genehmigt.

Zusammenfassung

Daten

Familie Rubiaceae
Geschlecht Calycophyllum
Spezies spruceanum
Bezeichnungen Calycophyllum multiflorum, Eukylista spruceana
Allg. Bezeichnungen ashi, asho, capirona, capirona de bajo, capirona negra, corusicao, escorrega-macaco, firewood tree, mulateiro, mulateiro extrakt mulateiro-da-várzea, naked tree, palo mulato, pau-marfim, pau mulato, pau-mulato-da-várzea, uhuachaunin, haxo, huiso asho, nahua
Verwendete Teile Rinde, Blätter

Traditionelle Zubereitung: Für den internen Gebrauch, wird eine Tasse mit ½ Rinde gefüllt und mit kochendem Wasser übergoßen. Laut peruanischen Mediziner wird dieser Sud zwei- bis dreimal täglich eingenommen. Durch Abkochen der Rinde ist es auch möglich, den Sud als topisches Mittel gegen Hautprobleme, Wunden, Hautpilze und allgemeine Hauterkrankungen verwendet werden. Dazu wird mehrmals täglich direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen und trocknen gelassen.

Ethnomedizinische Verwendung

Land

Verwendung

Amazonas als natürliches Verhütungsmittel, Weichmacher und Wundheilmittel für Verbrennungen, Schnittwunden, Diabetes, Pilzinfektionen und Hautparasiten
Brasilien bei Altersflecken, Schnittwunden, Diabetes, Augeninfektionen, Eierstockinfektionen, wulstige Narben, Schrammen, Hautpilze, Hautparasiten, allg. Hautprobleme, Falten und alternde Haut und als Antioxidans in Naturkosmetik
Paraguay als Antiseptikum, Vernarbungsmittel, Verhütungsmittel, mineralischen Sonnenschutzfiltern, als Stärkungsmittel, bei Abszessen, Altersflecken, in Anti-Aging-Formulierungen, bei Blutungen, Quetschungen, "Krebs", Diabetes, Augeninfektionen, Fibromen, Pilzinfektionen, Hautinfektionen, Insektenstiche, Leberprobleme und starke Detox-Anwendungen, Malaria, Eierstockproblemen, starker Pellagra, Hautausschlägen, Krätze, Hautparasiten, gutartigen Hauttumoren, Schwellungen, "Gebärmutterkrebs", Wunden und Falten
Peru *Beschreibung folgt

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